VCN ´77 e. V.     Gründungsbericht

Peter von Becker zur Gründung des Volleyballclubs Neuwied (VCN'77}

Nach 25 Jahren ist es mir nur sehr schwer möglich, mich an Einzelheiten in der Gründungsphase des VCN '77 zu erinnern, zumal ich durch meine Übersiedlung vor 5 Jahren nach Bielefeld keinen unmittelbaren Zugriff zu einschlägigen Unterlagen mehr habe, Glücklicherweise habe ich aber einige handschriftliche Aufzeichnungen aus der damaligen Zeit gerettet, so dass ich nicht ganz ohne "Korsettstangen" mein Erinnerungsvermögen strapazieren muss.

Da die Wurzeln des VCN 77 im TV Niederbieber lagen, muss ich ein wenig auch in die Zeit vor der Vereinsgründung hineinleuchten. Als Volleyballbegeisterter, der diese Sportart in Finnland kennen und lieben gelernt hatte, suchte ich natürlich bei meinem Umzug nach Neuwied 1970 nach einer Spielmöglichkeit in meiner neuen Heimat. Wegen einer beruflichen Neuorientierung von Köln nach Bonn konnte ich mir diesen Wunsch erst später erfüllen. Und so trat ich erst im Oktober 1975 dem TVN bei und spielte bis zur Saison 1976/77 in dessen Seniorenmannschaft, die gerade ihren Spielbetrieb aufgenommen hatte-

Von den Querelen zwischen der Vereinsführung einerseits und Günter Ross und Klaus Blum andererseits bekam ich nur am Rande etwas mit. Günter Ross war immerhin langjähriger Leiter der von ihm gegründeten Volleyballabteilung des TVN und Klaus Blum unterstützte ihn im Rahmen seiner Pressearbeit für den Verein. Beide schieden mit Groll aus dem TVN aus. (Später normalisierte sich der Umgangston zwischen den Kontrahenten glücklicherweise wieder.)

Mit ihren Überlegungen zur Gründung eines eigenen Vereins wandten sie und Gleichgesinnte sich auch an mich. Ein erstes Gespräch hierzu fand am 14.02.77 in unserem Haus in Feldkirchen statt. Als Gründer einer Volleyballabteilung in einem rein fußballorientierten Verein in Stommeln bei Köln kannte ich die Schwierigkeiten, die mit derartigen Aktivitäten verbunden waren und plädierte für einen Übertritt in eine der renomierten Volleyball- abteilungen des GTRV Neuwied oder des TV Engers. Aber ich war der einzige Rufer in der Wüste und so ließ ich mich nach einer kurzen Bedenkzeit zum Mitmachen und zur Übernahme des Amtes eines ersten Vorsitzenden überreden.

Gründungsversammlung fand dann am 23,02, 77 im Hause Seemann in Niederbieber statt-

Anwesend und damit Gründer des Volleyballclubs Neuwied 1977 waren Gerd Baulig, Dr. Peter von Becker, Klaus Blum, Raimund Lepki, Günter Ross, Günter Roth, Werner Scheele, Claire Seemann, Horst Seemann und Harro Spitzer.

In den engeren Vorstand wurden gewählt

Dr. Peter von Becker (1.Vorsitzender)

Harro Spitzer (2.Vorsitzender)

Günter Roth (Schatzmeister)

Klaus Blum (Geschäftsführer)

Aufgaben des erweiterten Vorstandes übernahmen

Raimund Lepki (Jugendwart)

Günter Ross (Sportwart)

Später kamen noch hinzu

als Pressewart Klaus Rick

als Ältestenrat Dorle Dunker, (nicht ahnend, dass ihr Mann einmal den Verein leiten würde)

Uta Kurz

Erwin Pawlack

Wie man sich denken kann, waren in der Anfangszeit eine ganze Reihe von Aufgaben anzupacken. Zunächst musste eine Satzung entworfen werden, wofür sich Gerd Baulig, Klaus Blum und Horst Seemann bereit erklärten. Die erste Satzung vom 03.03.77 hat mit geringfügigen Änderungen und Ergänzungen auch heute noch Bestand. Sie war Voraussetzung für die Eintragung des VNC 77 in das amtliche Vereinsregister am 19.04.77 und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit des Vereins (März 1977), so dass Spenden an die Stadtverwaltung zugunsten des VCN 77 steuerlich abzugsfähig waren. Am 10.05.77 wurde der Verein in den Sportbund Rheinland aufgenommen.

Worüber mussten wir uns noch die Köpfe zerbrechen?! Da waren unter anderem die Vereins-Farben festzulegen. In der Farbe Grün- Rot, wie diese sollten auch die Trikots gehalten sein (28.03.77). Muster für Briefbögen wurden entworfen und wieder verworfen,

erste Skizzen für eine Geschäftsordnung entstanden (Klaus Blum, Peter von Becker). Als erstes Vereinslokal wurde die Wiedhalle in Niederbieber gewählt, die Art der Kassenführung und Mitgliederverwaltung besprochen. Da wir anfangs kaum Auslagen für Runden- spiele zu berücksichtigen hatten, konnten die Beiträge erträglich gehalten werden. So zahlten Erwachsene 5 DM, Jugendliche 3 DM und Familien maximal 10 DM pro Monat.

Bereits im März 1977 machte man sich Gedanken über die Herausgabe einer Clubzeitung. Die erste Ausgabe erschien dann im November 1977. Für den Inhalt zeichnete verantwortlich Harro Spitzer, für die Anzeigen Klaus Blum und für den Vertrieb Gerd Baulig. Im Zusammenhang mit der Clubzeitung wurde auch ein Fotoarchiv für erforderlich gehalten (04.07.77). Denn mit der wachsenden Mitgliederzahl nahm auch die Zahl der geselligen Veranstaltungen zu, die mit Dias und Papierbildern festgehalten wurden. Eine Himmelfahrtswanderung am 19.05.77 ist mir noch in lebhafter Erinnerung.

Getreu dem Grundsatz der Gründerzeit, dass der VCN '77 sich vorwiegend dem Breiten- und Freizeitsport verpflichtet fühlen soll (die Lust auf einen mehr leistungsbezogenen Spielbetrieb kam erst später auf), schrieben wir bereits im ersten Jahr unseres Bestehens ein Mixed-Volleyballturnier für den 05.06.77 aus. Nach einem ökumenischen Gottesdienst, gehalten von unserem" vereinseigenen" Pastor Harro Spitzer und seinem Amtsbruder Brixius aus Koblenz, konnte ich 36 Mannschaften, darunter je eine aus Belgien (VAB-VTB Wemmel) und aus Luxemburg (CHEV Diekirch) begrüßen. Damals ahnte ich noch nicht, dass das der Auftakt zu einer 15- jährigen Serie von jährlich wiederholten Turnieren sein würde, an welcher 1986 sogar 65 Mixed-Mannschaften teilnahmen. Voller Stolz konnten wir behaupten, die größten in Deutschland statt- findenden Hallenturniere im Volleyball zu organisieren, was uns unter anderem die Zusage hochkarätiger Schirmherren einbrachte, bis hinauf zu einem leibhaftigen Bundesminister.

Die angesprochenen Aktivitäten und Vorüberlegungen mussten wir uns natürlich auf einer ordentlichen Mitgliederversammlung absegnen lassen. Diese ließen wir aus gegebenen Anlass am 09.07.77 stattfinden. Denn am 07.07.77 war das 77. Mitglied dem VCN 77 beigetreten, und wurde während der 2. Mitgliederversammlung entsprechend geehrt. Diese stärkte dem amtlichen Vorstand auch den Rücken für weitere Entscheidungen in der Folgezeit (chronologisch aufgelistet):

  • Abschluss einer Zusatzversicherung für Privatwagen bei deren Einsatz für den Verein
  • Anschaffung von vereinsbezogenen Geschenken, z.B. von WappenteIlern mit VC-Emblem
  • Geschenküberreichung bei schweren Unfallverletzungen (20.02.77) und sonst nur noch bei Hochzeiten von Mitgliedern (04.03.79)
  • Teilnahme am Rosenmontagsumzug im Februar 1978
  • Festlegung einer Gästegebühr für die Teilnahme an Übungsabenden ab dem 5. Abend
  • Vereinbarung über Übungsleiterhonorare (10.04.78)
  • Gestaltung der Verträge mit den Übungsleitern(01.07 .78)
  • Erstellung einer Inventarliste (10.09.78)
  • Ausarbeitung eines Merkblattes für steuerbegünstigte Spenden (13.09.78)
  • Regelung für die Zahlung von Ordnungsstrafen durch die Mannschaft oder den Spieler selbst (20.11.78)
  • Wechsel zum neuen Vereinslokal BIT im Treppchen in Neuwied (04.03.79)

Neben diesen Einzelaktionen war natürlich unser ständiges Bemühen darauf gerichtet, der wachsenden Zahl aktiver Mitglieder die nötigen Hallen und Übungsleiter zur Verfügung zu stellen. Anfangs dominierte eindeutig das Angebot für Freizeitsportler. Nach und nach wurde aber die Aufbauarbeit mit Jungen und Mädchen als überlebensnotwendig für den Verein angesehen. So waren wir gezwungen, zur Abdeckung des Bedarfes in Sporthallen privater Träger, z.B. des Evangelischen Jugendheimes in Oberbieber auszuweichen und/oder auch nur bedingt für das Volleyballspiel geeignete Hallen zu akzeptieren.

Mehr Glück hatten wir mit der Bereitschaft einiger Mitglieder als Übungsleiter tätig zu werden. Hier seien in alphabetischer Reihenfolge genannt für den Hobbybereich

meine Frau und ich

Birgit Roth

Claire Seemann

und das Ehepaar Spitzer

sowie für den leistungsbezogenen Sportbereich

D. Evers

Piet Heier

Raimund Lepki

und Werner Scheele.

(Später kamen als Ersatz oder Ergänzung noch mehr Mitglieder als Übungsleiter hinzu).

Bereits in den Anfangszeiten wurde die Basis für die jahrelange Praxis des VCN 77 gelegt, gute Trainer (sofern sie nicht wie Werner Scheele ehrenamtlich tätig waren) auch angemessen zu bezahlen, aber keine Vereinsgelder für das Anlocken von Spielerinnen und Spielern auszugeben, ausgenommen natürlich die Erstattung von Auslagen. So machten wir in der Entlohnung von Trainern auch Unterschiede zwischen solchen mit und ohne Übungsleiterlizenz. Letzteren bezahlten wir aber die Ausbildung zu lizensierten Übungsleitern und waren damit erfolgreich. Einen kleinen Dank für die geleistete Arbeit konnte ich den Übungsleitern und allen, die sich zum Wohle des Vereins im Jahr 1978 eingesetzt hatten, im Rahmen eines Neujahrsessens abstatten, das erstmals am 14.01.79 stattfand und als gute lradition bis heute beibehalten wurde.

Mit der Mitgliederversammlung am 04.03.79 endete die Amtsperiode des ersten Vorstandes des VCN 77, welcher in seiner Gesamtheit wiedergewählt wurde. Damit endete auch die Aufbauphase des Vereins, über welche ich berichten sollte. Ich wurde noch ein weiteres Mal für eine zweijährige Amtsperiode zum 1.Vorsitzenden gewählt, bis ich am 27.05.83 aus beruflichen Gründen das Ruder des Vereinsschiffes Dr. Jörg Groth in die Hand gab. Später holte man mich noch einmal in das Schiff zurück,- vom 03.03.91 bis zum 07.03.92 als 2. Vorsitzenden und vom 08.03.92 bis zum 15.04.97 als 1. Vorsitzenden.

Im Rahmen eines Rückblickes auf die Gründerzeit des VCN 77 sei es mir gestattet, auf einige markante Begebenheiten auch in der Folgezeit hinzuweisen, welche teilweise schon früher angedacht waren. Chronologisch gereiht sind das die folgenden Ereignisse:

Mehrfache Anträge an den Volleyballverband Rheinland

  • bei der Bemessung des Stimmrechtes der Mitgliedervereine auch die Zahl der Hobbyvolleyballer zu berücksichtigen.(Seinerzeit überstieg die Zahl der Hobbys im VCN 77 die der Spielpassinhaber bei weitem) In diesem Zusammenhang bot mir der 1.Vorsitzende des Landessportbundes Arno Hermann am 01 .04.80 an, seine Nachfolge zu übernehmen.
  • Ausrichtung eines Volleyball-Länderspiels der Nationalmannschaften von Deutschland und Frankreich am 08.09.80 in der Rhein Wied Halle
  • Gründung der Surfabteilung am 05.06.82
  • Gründung der Tennisabteilung (von ersten Überlegungen seit dem 03.05.83) am 24.04.88
  • Abwicklung des Gesundheitsparkes, der am 21.05.89 zahlreiche Aktivitäten im Vorsorgebereich ,z.B. Coronarsport, Aerobic, Autoge- nes lraining, Body- Shaping, Fitness-Studio zusammenfasste, aber für den Verein und seinen ehrenamtlich arbeitenden Vorstand eine Nummer zu groß war, in der Zeit vom 28.04.92 bis zum 27.09.94

Ich möchte meinen Bericht nicht beschließen, ohne all denen Dank zu sagen, welche mit mir die vielfältigen Aufgaben in der Anfangszeit und in den nachfolgenden Amtsperioden, von mir häufig als Konsolidierungsphase bezeichnet, geschultert haben. Ich war immer bemüht, den VCN 77 nach dem Motto "So wenig Verein wie nötig, -soviel menschliche Kontakte wie möglich" zu führen und den später hinzukommenden Abteilungen große Bewegungs- spielräume in organisatorischer und finanzieller Hinsicht zu lassen. Die eigentlichen Vorstandssitzungen fanden daher meist in einer erfreulich harmonischen Atmosphäre statt. In meiner 91. und letzten, von mir geleiteten Vorstandssitzung verabschiedete ich mich von meinen Vorstandskollegen in der Gewissheit, dass mein Nachfolger in ähnlicher Weise verfahren und das erfolgreiche Mit- und Nebeneinander der Entscheidungsträger im VCN 77 weiterpflegen wird, (schließlich ist er ja ein Verwandter von mir). Ich wünsche ihm und allen Mitorganisatoren eine glückliche Hand in der Abwicklung der 25-Jahr-Feier und dem Verein auch für die Zeit danach ein ..Vivat. Crescat. Floriat".

Dr. Peter von Becker

Ehrenvorsitzender VCN ´77 e. V.

   
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