VCN ´77 e. V.     Surfen

Sommer. Ein kleiner Baggersee im Engerser Feld. Die Sonne scheint. Ein warmer Wind kräuselt das Wasser. Bunte Segel fahren auf dem See hin und her. Eine Idylle.

So habe ich den Kannsee damals kennengelernt. Die Segel gehörten zu den Surfbrettern des VCN. Günther Ross, Harro Spitzer und Klaus Blum hatten den See entdeckt und waren auf die Idee gekommen, ihn für die damals noch junge Sportart Surfen zu nutzen.

Ein Pachtvertrag mit der Firma Kann regelte die Einzelheiten. Damals, das war 1982, wurde im Kannsee noch gebaggert, wir konnten nur im ausgekiesten Teil des Sees surfen. Die KANN erlaubte uns das Surfen und im Gegenzug richteten wir einen Seeordnungs- dienst am Wochenende ein, der sich darum kümmerte, dass die Einrichtungen der Firma und der See keinen Schaden durch ungebetene Gäste erlitten. Selbstverständlich gab es auch Auflagen wie Bade- verbot, keine Haustiere, kein Grill- und Lagerfeuer, Parken außerhalb des Seebereiches, eigene Toilette, usw., die wir strikt einhielten. Auch die Kreisverwaltung war uns damals noch wohl gesonnen und stellte uns durch die untere Wasserbehörde eine Unbedenklichkeitsbescheinigung aus.

An dieser Stelle ergreife ich die Gelegenheit und sage Dank an die Firma KANN im Namen aller Surfer und Mitglieder des VCN. Unser Ansprechpartner, Herr Severins, hat uns stets unterstützt und auch in schwierigen Situationen die Stange gehalten. Ohne diese Großzügigkeit könnten wir dieses kleine Paradies in unserer Umgebung nicht für unseren Sport nutzen.

Damals, das war 1982, als es mit der Surferei auf dem Kannsee losging. Immerhin auch schon 20 Jahre. Michael Zickler war der erste Abteilungsleiter. Ihm folgte Karl-Heinz Prangenberg, der sogar einen eigenen Surfshop gründete, damit seine Mitglieder preiswert an Material kamen. Als Karl-Heinz aus Altersgründen zurücktrat, übernahm Werner Weers die Aufgabe. Er hatte vor allem die Anfängerschulung auf seine Fahnen geschrieben. Ihm verdankt die Surfabteilung viele neue Mitglieder. Auch regelmäßige Regatten und Fahrten waren unter seiner Leitung selbstverständlich.

Als Werner amtsmüde wurde, übernahm ich, Udo Morschhäuser, sein Amt. Das war 1991. Der schöne Teil meiner Arbeit für die Surfabteilung waren die Organisation der Frühjahrs- und Herbstregatten, der regelmäßigen Arbeitseinsätze (Sauberkeit und Pflege des Uferbereiches), des Seeordnungsdienstes an den Wochenenden und der Vereinsfahrten. Diese Fahrten führten uns regelmäßig nach Holland, letztes Jahr erstmalig an den Gardasee, der wegen seiner thermischen Winde ein weltberühmtes Surfrevier ist. Dieses Jahr fahren wir vom 27.5.-3.6. nach Hindeloopen am Ijsselmeer und vom 31.8.- 7.9. zum Gardasee.

Der weniger schöne Teil meiner Arbeit lag in der Auseinandersetzung mit der Kreisverwaltung. Diese hatte seit 1990 ihren Kurs geändert, sie wollte uns das Surfen auf dem Kannsee nicht weiter erlauben.

Wasserschutzgebiet!!!

Zuerst verbot sie uns die Surfkurse, daran haben wir uns gehalten. Dann mussten wir die Garagen abbauen. Zwei Garagen voller Surfmaterial mussten verkauft, besser gesagt verschleudert werden. Ein bitterer Verlust für unseren Verein.

Als die Kreisverwaltung uns auch noch das Surfen selbst verbieten wollte, haben wir natürlich Rechtsmittel eingelegt und bis heute wacker gekämpft. Wir wehren uns einfach gegen die Behauptung, wir würden das Trinkwasser gefährden oder gar verschmutzen. Im Gegenteil haben wir jahrelang durch unseren Seeordnungsdienst am Wochenende für Ordnung und Sauberkeit am Kannsee gesorgt und wurden dabei von der Kreisverwaltung trotz mehrfacher Bitten nicht unterstützt.

Der Rechtsstreit dauert bis heute an, und unser Schicksal am Kannsee ist immer noch nicht entschieden. Seit 1998 haben wir eine Anwaltskanzlei aus Bonn mit unseren Interessen betraut. Sie ist für uns besonders qualifiziert, weil sie seinerzeit die Segel- und Surfrechte auf dem Laacher See erstritten hat. Schade, dass wir unser Geld für teure Rechtsanwälte ausgeben müssen, statt für sportliche Belange. Aber wir haben für diesen Rechtsstreit gespart und werden weiter kämpfen.

Vielleicht bekommen wir bald eine Sondergenehmigung von der SGD Koblenz. Diesen Antrag haben wir gestellt, weil ein Surfverbot für uns eine unbillige Härte darstellt. Es gibt kein Ausweichgewässer für unseren Verein. Wenn die SGD nicht genehmigt, werden wir eine Feststellungsklage einreichen.

Was spricht für die Surfer am Kannsee?

  • 66 Sportler, die die öffentliche Hand nicht belasten, weil sie keinen Hallenplatz und keine Sportanlage beanspruchen
  • Keinerlei Umweltbelastung
  • Selbst auferlegte Regeln, die seit 20 Jahren Garant sind für Sauberkeit und Ordnung am See
  • Parken außerhalb des Seebereichs
  • Eine Chemietoilette, die vierzehntäglich entsorgt wird
  • Striktes Einhalten des Schwimmverbotes .Seedienst als Ordnungsfaktor
  • keine anderen Gewässer möglich .Wasserschutzgebietsverordnung enthält kein Verbot des Surfens

Surfparadies Kannsee. Es gibt nichts Schöneres, als bei warmem Südwind über die glatte Wasserfläche zu gleiten oder die stärkeren Westwinde für Gleit- und Halsentraining zu nutzen. Warum sollte dieses attraktive Angebot des VCN an alle Bürger Neuwieds und Umgebung eingestellt werden, wenn es für niemanden, auch nicht für die Umwelt, Schaden oder Risiko bedeutet, sondern im Gegenteil nur Vorteile mit sich bringt?

Naturschutz ist möglich, gerade weil auf diesem See ein sauberer Sport ausgeübt wird.

Stand 15.04.2002

Udo Morschhäuser

Abteilungsleiter Surfen

   
Lotto Rheinland Pfalz 2015
   
   
   
   
   
   
   
   
   
DEVK Claaßen
   
   
   
   

Starke Offensive
Gute Verteidigung
Rechtsanwalt
KAI UWE RITTER
Marktstraße 83
56564 Neuwied
team@rechtsanwaltritter.de

   
© ALLROUNDER